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Führen aus der Ferne: Trotz Social Distancing die Nähe zu Mitarbeitern bewahren

Führen aus der Ferne: Trotz Social Distancing die Nähe zu Mitarbeitern bewahren 17. September 2020Leave a comment

Führung auf Augenhöhe ist im Jahr der Corona-Krise zu einer rein praktischen Herausforderung geworden. Denn Blickkontakt, Plaudern an der Kaffeemaschine und das Ablesen von Gefühlen im Gesicht des Gegenübers sind aus dem Repertoire der Zusammenarbeit so gut wie verschwunden. Mit dem Social Distancing laufen Führungskräfte Gefahr, auch die menschliche Nähe zu ihren Mitarbeitern zu verlieren. Das wirkt sich auf die Motivation, Produktivität und Qualität der Zusammenarbeit aus. Wir beschäftigen uns deshalb damit, wie gute Führung auch aus der Ferne gelingen kann.

Führung mit Abstand stellt zusätzliche Anforderungen an Chefs

Arbeiten im Home Office, in weit auseinanderliegenden Räumen, mit großem Abstand im Großraumbüro – seit Corona sind viele distanzorientierte Arbeitsmodelle erfunden worden. Sie verhindern Ansteckung, manchmal aber auch gute Zusammenarbeit. Einerseits fehlen unformelle Gespräche auf dem Flur und in den Pausen sowie der persönliche Austausch. Andererseits fördert die schriftliche Kommunikation Missverständnisse und die menschliche Distanz. So wird aus Führung manchmal pure Aufgabenverteilung. Am Telefon oder Bildschirm ist dem Kollegen viel schwieriger anzusehen, ob es ihm gut geht, er die Arbeitsaufgabe versteht oder mit seiner Meinung hinter dem Berg hält. Lobende Worte, Anerkennung und die Vermittlung eines offenen Ohrs fallen hinter einer technischen Barriere weniger natürlich. Und deswegen fehlen sie manchmal sogar ganz.

Wir Potenzialefinder hören in unseren Coachings von Führungskräften, die nur noch als Mail-Absender existieren oder Kollegen umgehen, weil es nun einfach ist. Das ist gefährlich! Wer abtaucht, verliert den Kontakt zu seinen Mitarbeitern. Das wirkt sich – wenn nicht sofort, dann mittelfristig – auf ihre Motivation, Arbeitsleistung und Bindung an den Arbeitsplatz aus. Als Führungskraft sind Sie nun besonders gefragt, wo auch die soziale Verbindung zu Kollegen fehlt.

Ich bin OK. Und Sie?

Führungskräfte werden aufgefordert, sich für den Gemütszustand ihrer Mitarbeiter zu interessieren, sie als Menschen und ihre Arbeit anzuerkennen, mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Die Voraussetzung für diese Kapazität ist allerdings, dass es ihnen selbst gut geht. Dass sie sich selbst für „OK“ befinden. Dass sie Energie für ihre nun noch proaktivere Aufgabe als Führungskraft finden können. Das ist daheim hinterm Bildschirm nicht automatisch der Fall.

In der Transaktionsanalyse, einer ganzen Werkzeugkiste fürs Coaching, nutzen wir für Führung aus der Ferne gern ein bewährtes Basis-Modell: Das OK-Geviert. Hier geht es darum, aus einer der folgenden vier Positionen zu führen:

Auf dem Weg zur angestrebten „Gesunden Position“ und einer konstruktiven Zusammenarbeit gilt es:

  • Den anderen zu sehen und anzuerkennen
  • Unterschiedliche Meinungen aushalten zu können
  • In passendem Kontakt miteinander zu sein
  • Erwartungen abzustimmen
  • Konflikte zu lösen

Das gehört schon immer zur Führungsaufgabe. Nun verlangt sie für manche noch mehr Kraft. Coaching hilft dabei herauszufinden, wo ein mögliches „Du bist nicht OK“ herrühren kann. Welche Muster spricht die Kollegin an, die auf den Chef mit ihren regelmäßigen Fragen „nervig“ wirkt? Warum kann die sachliche Kritik eines Mitarbeiters seine Führungskraft in einen „Ich bin nicht OK“-Zustand versetzen? Gerade bei Führung aus der Distanz ist es wichtig, immer wieder sein OK/OK-Gleichgewicht zu finden.

Businessman work at home and virtual video conference with colleagues business people, online working, video call due to social distancing

Zusammenarbeit im neuen Alltag: Inspiration aus unserer Praxis

Wie also mit Social Distancing führen? Einige unserer Klienten haben tolle Ideen dafür entwickelt, wie sie trotz deutlich weniger Direktkontakt ihre Verbindung aufrecht erhalten können. Lassen Sie sich inspirieren!

  • Täglicher Treffpunkt: Jeden Morgen zu 15 Minuten Austausch im Kollegenkreis einladen. Das unformelle Treffen mit Kaffeetasse kann im Besprechungsraum mit Abstand oder virtuell stattfinden. Fragen Sie, was anliegt, ob alle gesund ist, wer etwas auf dem Herzen hat und fördern Sie so den Kontakt im Kollegenkreis.
  • Wöchentliche Erfolgsmail: Von welchen Highlights kann die Firma, Abteilung, das Team in dieser Woche berichten? Fassen Sie große und kleine Erfolge zusammen und sorgen Sie dafür, dass jeder gesehen wird.
  • Freitags“bar“: Nach Feierabend im Büro oder Home Office wird freiwillig angestoßen – das geht auch am Monitor! Was im Glas ist, kann jeder selbst entscheiden. Nutzen Sie die Wochenendstimmung und erschaffen Sie einen Raum, wo geplaudert, gelacht und diskutiert werden kann.

Möchten auch Sie Ihren Corona-Führungsstil genauer unter die Lupe nehmen? Die Potenzialefinder stehen Ihnen gern zur Seite.

Von Thomas Lorenzen

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