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Von der Kunst, aufs Bauchgefühl zu hören: Wie Autonomie die eigenen Werte unterstützt und Entscheidungen stärkt

Von der Kunst, aufs Bauchgefühl zu hören: Wie Autonomie die eigenen Werte unterstützt und Entscheidungen stärkt 14. Juli 2020Leave a comment

In Zeiten der Corona-Krise wirken sich gesundheitliche und ökonomische Sorgen sowie Kontaktbeschränkungen, Reisewarnungen und Maskenpflicht auf unser Zusammenleben aus. Manch einer hat ansonsten friedvolle Mitbürger stumm oder in voller Lautstärke auf einem mäßig bevölkerten Platz brüllen gehört: „Setz doch Deine Maske auf!“ Andere haben erfahren, wie sie selbst von verständnisvollen und vernünftigen Mitmenschen von Grillabenden ausgeschlossen wurden, weil sie ins Ausland in den Urlaub gefahren sind. Krankheitsfälle, Regeln und Berichterstattung der Medien können Angst machen. Manchmal übernehmen sie auch bei der eigenen Meinungsbildung die Macht. Wie Autonomie uns durchatmen lässt, bevor wir über andere urteilen oder drauflos reagieren.

Übereilte Reaktionen kosten Integrität – und manchmal Beziehungen

Besonders in Momenten von Anspannung, Stress oder sogar Angst, reagieren wir oft kräftig auf andere. Fürchten wir wegen der Coronakrise unseren Job zu verlieren oder bangen um die Gesundheit unserer Eltern, bringen wir weniger Verständnis für Menschen auf, die einen anderen Zugang haben. Wenn also der gute Freund im Corona-Sommer im Ausland Urlaub machen will, kann er uns schneller auf die Palme bringen als sonst. Dabei ist objektiv nichts dagegen einzuwenden, solange alle die Regeln einhalten. Wir können einen konstruktiven, respektvollen Umang miteinander pflegen, wenn wir die Fähigkeit der Autonomie üben und pflegen. Mit anderen Worten: Erstmal innehalten, Möglichkeiten überdenken, dann offen diskutieren.

Autonomie – das Schlüssel-Konzept aus der Transaktionsanalyse

Als Teil seiner „Erklärung menschlichen Verhaltens“, der Transaktionsanalyse, formulierte der amerikanisch-kanadische Psychiater Eric Berne das Konzept der Autonomie. Berne gilt als Begründer der Transaktionsanalyse, von deren Wirkung wir bei den Potenzialefindern überzeugt sind und deren Erfolg wir täglich mit unseren Klienten erleben. Autonomie, so Berne, zeige sich durch das Vorhandensein drei seelischer Vermögen: Bewusstheit, Spontaneität und Intimität. Auch ohne Fachsimpeln können wir schnell demonstrieren, dass diese Kapazitäten erstrebenswert sind und gerade in Krisenzeiten eine Stärkung verdienen.

Bewusstheit

Wache Bewusstheit versetzt uns in die Lage, reine Sinneseindrücke zu empfinden, also zu sehen, hören, fühlen, riechen und zu schmecken. Wer bewusst emfinden kann, verbindet das gehörte Wort nicht automatisch mit Aufforderungen, Beleidigungen oder Tadel, sondern als die subjektive Meinung des Gegenübers. Sagt der Freund also „Ich fahre diesen Sommer nach Spanien in den Urlaub“, dann haben wir mit wacher Bewusstheit eine Grundlage für eine Diskussion auf Augenhöhe. Wir nehmen die Aussage des Freundes als individuelle Meinungsäußerung wahr, umgehen spontane Ablehnung und setzen uns respektvoll damit auseinander – auch wenn wir die Entscheidung zunächst nicht nachvollziehen können. Wir erhalten uns damit die Möglichkeit, seinen Standpunkt zu verstehen und zu akzeptieren, auch wenn wir selbst anders agieren.

Spontaneität

Bei der Auseinandersetzung mit anderen Menschen nutzen wir unsere Spontaneität im Sinne der freien Auswahl an Alternativen im Fühlen, Denken und Verhalten. Das heißt, wir unterlassen das automatische Abspulen von altbekannten Mustern, die wir möglicherweise von unseren Eltern übernommen haben. Stattdessen fragen wir etwa neugierig nach, wie die Entscheidung des Freundes zustande kam.

Intimität

Unsere Intimität mit einem anderen Menschen definiert sich als Offenheit in Bezug auf Gefühle und Wünsche. In einem intimen, ehrlichen Verhältnis mit dem Spanienreisenden drücken wir möglicherweise aus, dass wir besorgt sind, er könne sich im Urlaub infizieren. Aus Angst und Vorsicht möchten wir deshalb den Kontakt mit ihm für eine gewisse Zeit unterbrechen. Gleichzeitig können wir seine frei und autonom getroffene Entscheidung akzeptieren, auch wenn wir seine Gesellschaft für eine Weile vermissen werden.

Autonomie

Erreichen wir also den Zustand der Autonomie, nehmen wir bewusst wahr, halten inne, wägen unsere Optionen ab und tauschen uns differenziert mit anderen aus. Wir fordern unsere Mitmenschen dazu auf, die Qualität unserer Beziehung und Kommunikation zu erhöhen und hoffentlich trotz unterschiedlicher Meinungen als Freunde durch die Krise zu kommen.

Autonomie kann man lernen

Wir alle können uns die Fähigkeit der Autonomie aneignen. Sie hilft außer in Krisenzeiten auch im lebenslangen Umgang mit anderen. Sie unterstützt uns dabei, eigene Werte ernst zu nehmen und nach ihnen zu handeln. Einen komptenten Coach, der die Transaktionsanalyse und damit den Weg zur Autonomie beherrscht, finden Sie bei den Potenzialefindern. Vereinbaren Sie HIER Ihr kostenfreies Erstgespräch. Darüber hinaus heißt es üben, üben, üben. Erster Schritt: Vor der nächsten provozierten Antwort erstmal tief durchatmen!

Von Thomas Lorenzen

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