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Entgrenzung der Arbeit

Entgrenzung der Arbeit 27. März 2020Leave a comment

Hochkonzentriert im Home-Office neben Alltagslogistik und Kinderbetreuung: Wie Sie mit Selbstmanagement die Entgrenzung der Arbeit bewältigen können 

Esszimmer, Wohnstuben und Küchen entwickeln sich in Zeiten der Corona-Krise zu wahren Alleskönnern: Schule, Büro, Maltisch, Kantine und Kommunikationszentrale zugleich können die Gemeinschaftsräume sein. Der Geräuschpegel ist entsprechend hoch und die erforderliche Konzentration für die jeweiligen Aufgaben der Familienmitglieder schwierig. Alle Bedürfnisse der Familie, die sonst fachgerecht an Arbeitsplatz, Schule und Kita delegiert werden, treffen hier aufeinander. Wie soll man da noch arbeiten, lernen, spielen, Familie sein?

Verschmelzende Rollen verwirren uns und unser Umfeld

Das Bewusstsein für die verschiedenen Rollen, die wir täglich ausfüllen, wird in der gemeinsamen Zeit zu Hause geschärft. Der Vater, Ehemann, Lehrer, Sohn, Freund und Kollege ist das nun alles auf einmal. Seine Arbeit ist entgrenzt, sie schmilzt mit allen anderen Teilen seines Lebens zusammen. Während er versucht, mit seinen Schülern in Kontakt zu bleiben, bedürfen die eigenen Kinder der Aufmerksamkeit des Vaters. Das verwirrt alle. Daher geht es bei der Bewältigung dieser außergewöhnlichen Situation wie der Corona-Krise vor allem darum, für sich selbst und für alle anderen sichtbar Grenzen zu setzen.

Wechseln Sie sich mit dem Partner beim Arbeiten ab. Grenzen Sie sich dabei, wenn möglich, auch räumlich ab. Wenn Mama im Schlafzimmer am Schreibtisch sitzt, arbeitet sie und darf nicht gestört werden. Für Papa gilt dasselbe. Am Esstisch dürfen sich gleichzeitig gern die Gesellschaftsspiele stapeln. Vorbereitung ist dabei ein Schlüsselwort. Denn wenn Sie sich am Ende eines – ja, gewiss anstrengenden – Tages eine Viertelstunde Zeit nehmen und Ideen für den nächsten Tag aufschreiben, dann wird dieser mit großer Wahrscheinlichkeit ruhiger und arbeitsamer verlaufen. Wenn Sie sich geeinigt und bewusst eine Struktur festgelegt haben, sorgen Sie für weniger Störungen. Eine solche Stabilität und ein gewisser Rahmen tut allen im Hause gut.

Von schlechtem Gewissen und eigenen Ansprüchen

Während unsere Rollen verschmelzen, verlieren wir das Gefühl dafür, ob wir unseren eigenen Ansprüchen und denen unseres Arbeitgebers, Partners oder unserer Kinder überhaupt noch gerecht werden. Denn alle brauchen immer mehr Aufmerksamkeit und Zeit von uns. Am Ende eines 14-Stunden-Arbeits-Betreuungs-Haushalts-Tages fällt es uns schwer einzuschätzen, wie lange wir eigentlich gearbeitet haben und ob unsere Kinder mehr Zeit mit Streaming oder den Hausaufgaben verbracht haben. Unsere Jogging-Tour haben wir auch schon wieder verschoben. Vom Spaziergang mit dem Partner ganz zu schweigen.

Auch deswegen nützen uns klare Grenzen beim Selbstmanagement. Büroarbeit von 9 bis 17 Uhr lässt sich schwierig umsetzen. Aber vielleicht macht Ihre Familie mit, wenn Sie jeweils zwei Stunden stille Arbeit am Vormittag und am Nachmittag vorschlagen? Während die Erwachsenen arbeiten, können Kinder Aufgaben lösen, basteln, ja vielleicht sogar mit Hilfe von YouTube Handarbeiten lernen. Im Gegenzug fürs Geschirrspüler leeren dürfen die Kids dann eventuell eine Stunde länger Fernsehen. Außergewöhnliche Zeiten verlangen außergewöhnliche Maßnahmen. Erlauben Sie sich vor allem selbst, vom Standard eines normalen Alltags abzuweichen. Auch Schüler, Chefs und Kollegen werden verstehen, dass Sie am besten in bestimmten Zeitfenstern erreichbar sind und dann am konzentriertesten arbeiten können. Denn ihnen geht es genauso.

Auch die Corona-Krise endet irgendwann. Bleiben Sie bereit

In Jogginghosen am Computer zu sitzen, mag an den ersten Tagen eine Befreiung von Kostümzwang und Bügelpflicht sein. Lässt man den Schlendrian jedoch zur Gewohnheit werden, fällt der Wiedereinstieg in den normalen Alltag umso schwerer. Und der kommt. Natürlich ist es eine Stärke, das Jetzt zu genießen und auch aus der Zwangspause das Beste zu machen. Wenn Sie jedoch jetzt einen guten Rhythmus finden, machen Sie es sich leichter für den Zeitpunkt, an dem die Einschränkungen im Alltag gelockert werden. Zwar sieht Sie ein E-Mail-Empfänger oder der Gesprächspartner am Telefon nicht. Sie strahlen aber aus, wie Sie sich fühlen. Treten Sie in der Telefonkonferenz eher auf wie jemand, der zwischen Brote schmieren und Wäsche aufhängen zum Computer rennt? Oder haben Sie sich konzentriert auf diese Stunde vorbereitet und tragen Sie dazu bei, dass alle Teilnehmer aus dieser Besprechung möglichst viel mitnehmen und die nächsten Schritte genau kennen?

Auch hier gilt es nämlich, konkrete Grenzen zu setzen: Selbst wenn ich viele Aufgaben im Laufe des Tages erfüllen muss, dann muss ich nicht zu jeder Zeit drei parallel bearbeiten. Das Ergebnis ist zumeist größere Effektivität. Und die können wir im Moment alle gut gebrauchen.

Lassen Sie sich bei Strukturfindung und Selbstmanagement in einer schwierigen Zeit helfen. Mit der Berate Mich! App der Potenzialefinder können Sie schnell und unkompliziert Kontakt mit den professionellen Coaches von den Potenzialefindern aufnehmen.

Von Thomas Lorenzen

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